Kennst du dieses Kribbeln im Bauch, wenn eine neue Projekt-Idee über dich herfällt? 🤩 Am liebsten möchte man sofort zum Rollschneider greifen und wild drauf los nähen.
Aber halt! Wie viel Planung macht eigentlich Sinn, bevor die Nähmaschine glüht?
Die Wahrheit ist: Es ist ein feiner Tanz zwischen Struktur und kreativer Freiheit. Hier kommen deine persönlichen Vorlieben ins Spiel, die du brauchst, um dich beim Nähen gut zu fühlen.
Entsprechend fällt das Maß deiner Planung aus, wobei aber folgendes zu bedenken ist:
Ziel ist es, deinen "Sweet Spot" zu finden: Genug Planung für absolute Sicherheit beim ersten Schnitt – und genug Luft, damit sich das Projekt dynamisch entwickeln kann.
Ich beschreibe dir im folgenden Text, wie ich den besten Weg (für mich) gefunden habe und warum es sich auch für dich lohnen kann, deine Patchwork-Projekte zu planen ... zumindest ein bisschen. 😉
Entdeckst du eine Anleitung oder hast eine Idee für ein neues Projekt, fängt das Kreativ-Karussell an, sich zu drehen. 🤓 Drei elementare Faktoren kommen hier gleich zu Beginn ins Spiel (je nach Idee auch schon mal in unterschiedlicher Reihenfolge):
(Und in Einzelfällen schleicht sich noch der Faktor Zeit ein – zum Beispiel, wenn der Quilt ein Geburtstagsgeschenk sein soll und der Termin unbarmherzig näher rückt! 😅)
Meistens starten wir in genau dieser Reihenfolge: Erst das Muster, dann die Größe, dann die Stoffauswahl.
Aber seien wir ehrlich: Wem ist es nicht auch schon passiert, DIESE eine Stoffserie gefunden zu haben und schockverliebt wurde der Warenkorb gefüllt, ohne überhaupt zu wissen, was daraus werden soll? 🤭
Dann dreht sich das Spiel um: Die vorhandene Stoffmenge bestimmt die maximale Größe und wir suchen nachträglich das perfekte Muster, das zu unseren Schätzen passt. Beides ist völlig okay – erlaubt ist, was Spaß macht!
Doch egal, mit welchem Faktor du dein Projekt startest, ganz ohne Planung kann dich die Enttäuschung und Ernüchterung im Laufe des Nähprozesses schneller einholen als dir lieb ist.
Insbesondere die benötigte Stoffmenge im Verhältnis zum vorhandenen Stoff ist nicht zu unterschätzen. 🥴 Ich weiß, dass viele dieses Berechnen im Vorfeld vermeiden möchten ("ich bin nicht gut in Mathe"), aber das ist gar nicht so kompliziert und hilft dir enorm, Überraschungen zu vermeiden. Stell dir vor, dein Basisstoff reicht nur bis zum vorletzten Block; dein ganzes Gestaltungskonzept ist nach einer Menge Arbeit und Zeit dahin und du musst improvisieren.
Mir ist das mehr als einmal passiert am Anfang meiner Patchwork Laufbahn und das kann natürlich auch durchaus erstaunliche, kreative Früchte tragen. Aber erst einmal stresst es mich und ich würde gerne selber entscheiden, wann ich vom Weg abweiche und es nicht durch die Umstände (oder meine Schusseligkeit) diktiert bekommen. 😉
Wenn wir davon ausgehen, dass du nicht nach einer fertigen Anleitung nähen willst, beginnt dein Näh-Projekt mit einer Idee, die nach und nach Gestalt annimmt.
Ich beginne hier immer noch in einem Skizzenbuch (Notizbuch-Opfer wie ich haben immer ein sehr schönes Exemplar griffbereit 😁): mit Bleistift skizziere ich meine Idee grob bis mittelprächtig und schreiben kleine Notizen dazu. Habe ich schon eine Farbidee, kommen auch noch die Buntstifte dazu.
Ich fange IMMER mit Papier und Stift an! Für mich ist es, mit der Mine auf Papier zu arbeiten, ein ganz besonderer, kreativer Teil der Vorbereitung, dass ich mit keinem meiner digitalen Tools vergleichen kann (und so auch nicht hinbekomme).
Auch hier heißt es für dich: ausprobieren! Finde, was zu dir passt, womit du dich wohl fühlst und deine Ideen auf optimalen Weg entwickeln kannst.
Vielleicht liegt dieser "analoge Charme" darin, dass das Rascheln von Papier und das Zeichnen mit der Hand ganz andere kreative Zentren im Gehirn aktiviert. 😊 Für viele von uns ist die analoge Planung ein echtes Stück Achtsamkeit.
Was ich unentbehrlich für den analogen Weg finde und bei mir jederzeit verfügbar ist:
Wer es mathematisch exakt liebt oder gerne virtuell mit Farben experimentiert, greift zu digitalen Helfern. Der größte Vorteil? Du kannst Farben per Mausklick austauschen, ohne auch nur einen Zentimeter Stoff verschnitten zu haben!
Hier lohnen sich folgende Tools:
In der Vorbereitung arbeite ich analog!
Für mich (und das ist wörtlich zu verstehen: für MICH - jede von uns tickt anders) funktioniert der kreative Prozess in digital nicht.
Weil in der Anfangsphase eines Projekts aber durchaus sehr, sehr viele Ideen über mich kommen können, brauchte es ein Hilfsmittel, um dem Chaos Herr zu werden.
So entstand der Quilt-Planer.
Es kann durchaus vorkommen, dass es zu einer Projektidee auch zwei ausgefüllte Planer gibt, weil ich verschiedene Varianten bei den Farben/ Stoffen habe und mich noch nicht entscheiden konnte.
Du findest deinen eigenen Weg, der zu dir, deiner Arbeitsweise und deinen Vorstellungen passt.
Mein analoger Weg sieht im Detail wie folgt aus:
Der Planer kommt nach Punkt 1 ins Spiel, wenn ich die Ideen ordentlich dokumentieren will.
In dem Beispiel habe ich dir einmal aufgezeigt, wie ich die Felder nutze (und du kannst sie ganz anders ausfüllen und nutzen - denke dran: nichts ist in Stein gemeißelt!).
Für mich liegt der Vorteil darin, dass ich mein vorheriges „Planungs-Chaos“ vermeide. Denn hier war oft genug Zettelwirtschaft angesagt.
Wenn es an die Vorbereitung des Projekts ging, hatte ich hier etwas skizziert, dort etwas auf einen Zettel geschrieben (am besten noch total hingekrakelt), an anderer Stelle klebte noch ein Post It zum Thema … finde dich da mal zurecht, wenn du loslegen möchtest.
Das ärgerliche für mich daran war, dass ich wusste, ich hatte noch eine Idee, eine Bemerkung dazu, aber ich weiß nicht mehr, wo ich die gelassen hatte. 🤯
Ich behaupte nicht, dass mit Planer alles strukturierter läuft, oder der Planer organisiert ausgefüllt und „gelesen“ wird 😂; aber ich habe dadurch einen vielen besseren Überblick und kann das Projekt konstruktiver „überdenken“.
(Wenn es Überhand nimmt, drucke ich den Planer erneut aus und „korrigiere“ die ursprünglichen Angaben.)
Einmal aufgeschrieben und „lesbar“, erhalte ich einen anderen Blickwinkel: ich sehe Punkte, die ich in Frage stelle, ob sie sich wie gedacht tatsächlich nähen lassen oder die gewünschte Wirkung erzielen.
Mein Organisationstipp:
Ich habe für jedes Projekt eine Mappe angelegt (z.B. für ein Hängeregister) und sammle dort den ausgefüllten Planer, Notizen und Berechnungen, die ich während des Nähens gemacht habe, Stoffproben, Testblöcke, Fotos, Ausdrucke … alles was so angefallen ist.
Oder nähe Dir eine schöne Ordnerhülle und sammle alles in einem Ordner (mit Register nach Projekt unterteilt) und hefte deine Notizen ab.
Eines vorab: Es gibt nicht den einen „richtigen“ Weg.
Wichtig ist, dass der Prozess dich in deiner Arbeitsweise unterstützt und dir das Planen deines Projekts erleichtert.
Hier ist eine kleine Entscheidungshilfe für dich:
Die analoge Planung:
Die digitale Planung:
Ich hoffe, ich konnte dir einen hilfreichen Einblick in meine Arbeitsweise geben und dich neugierig machen, deine Planung mit dem frau richstein Quilt-Planer zu probieren.
Möchtest du auch endlich mit Struktur, aber ohne kreative Fesseln in dein nächstes Näh-Abenteuer starten?
Schluss mit losem Zettelchaos und der Sorge, den schönen Stoff zu "verderben"!
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